Alltag, Nepal, Reisevorbereitung
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Die Sache mit dem Pieks…

… ist jedesmal ein kleiner Kampf.

Man sollte meinen, die Krankenkasse sei daran interessiert, dass ich gesund bleibe – und das natürlich auch im Urlaub. Stattdessen muß ich jedesmal um die Kostenübernahme meiner Reiseimpfungen kämpfen. „Ja, dann wechsel doch die Krankenkasse“ Klar, könnte ich, möchte ich aber nicht. Schließlich bin ich dort seit meiner Geburt versichert und bin auch sonst sehr zufrieden.

Für Nepal brauche ich jetzt aktuell noch zwei Impfungen – Japanische Enzephalitis und Tollwut. Wobei zweitere nur empfohlen wird und kein Muß ist. Also folgte auch in diesem Jahr mein obligatorischer Anruf bei der Krankenkasse.

„Eigentlich übernehmen wir diese Kosten nicht.“
„Andere Krankenkassen übernehmen Reiseimpfungen, schade, dass dies bei Ihnen nicht möglich ist“
„Naja, fragen Sie mal nach den genauen Kosten und dann schauen wir mal, was wir machen können“

Die Impfungen inkl. Arztkosten sollten ca. die 400€ betragen, was ich dem netten Herrn der Krankenkasse auch so mitteilte. Er empfand dies als sehr teuer und wollte sich selbst noch einmal kundig machen. Bei seinem Rückruf erklärte er mir, dass das Gesundheitsamt diese Impfungen für 60€ anbietet und ich mich dort gerne impfen lassen kann – selbstverständlich mit Kostenübernahme.
Dieser wahnsinnige Kostenunterschied machte mich stutzig und ich sprach nochmals mit meinem Arzt. Dieser erklärte mir, dass es sich bei den Impfungen des Gesundheitsamtes um kurzfristige Immunisierungen handelt, die vor jeder Reise neu gespritzt werden müssen. Bei der von ihm empfohlenen (teureren) Variante der Tollwutimpfung handelt es sich um eine Grundimmunisierung, die entsprechend mehrere Jahre vorhält.

Diese Informationen konnte ich dem Mann der Krankenkasse natürlich nicht vorenthalten 🙂 Und ohne weitere Erklärung meinerseits sagte er den erlösenden Satz: „Reichen sie die Rechnung ein, dann erstatten wir Ihnen die Kosten. Bisher haben wir doch immer eine Lösung gefunden.“

Ein Happy End? – Jein … klar freue ich mich über die Kostenübernahme. Aber es ärgert mich ungemein, dass ich dies nur erreicht habe, indem ich explizit nachgefragt habe.
Menschen, die dieses Wissen nicht haben, nicht über das nötige Standing verfügen oder aus anderen Gründen eine Entscheidung der Krankenkasse einfach hinnehmen, werden doch benachteiligt (um es mal nett zu sagen) – Du fragst nicht nach, also selbst schuld!

Wir zahlen alle den selben Beitrag und sollten demnach die gleichen Leistungen erhalten – auch wenn dies bedeutet, dass ich in Zukunft z.B. meine Impfungen nicht erstattet bekomme. Ich kann mir dann immernoch überlegen doch die Krankenkasse zu wechseln 🙂

Jedem kann ich also nur ans Herz legen bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, ob Leistungen übernommen werden. Und wenn es wirklich nicht anders geht: wechselt die Krankenkasse. Die Grundversorgung ist überall gleich, nur die „Extras“ varieren.

In diesem Sinne: Bleibt alle gesund und munter!

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2 Kommentare

  1. Eigentlich ist es doch schon blöd genug, dass die gesetzlichen (!) Krankenkassen mit der Kostenübernahme – nicht nur bei Impfungen – so unterschiedlich umgehen. Meiner Meinung nach wäre hier der Gesetzgeber gefragt, der gleiche Regeln für alle – gesetzlich – Versicherten schafft…

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