Norwegen
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Norwegen – Wanderung zur Kvalvika Bucht

Wow – ist das schön!

Die Wanderung zum Kvalvika Beach stand so ziemlich als erstes auf meiner Liste an Dingen, die ich in Norwegen, bzw. auf den Lofoten unternehmen wollte. Im Rahmen der E.O.F.T. (European Outdoor Film Tour) hatte ich den Film „The North of the Sun“ gesehen. Die Geschichte der beiden Surfer, die in der Kvalvika Bucht einen ganzen Winter verbrachten, hatte mich seinerzeit bereits sehr fasziniert.  Neun Monate lebten die beiden Jungs in einer aus Strandgut gebauten Hütte und frönten in der Abgeschiedenheit Ihrer Leidenschaft – dem Surfen.

Als die Lofoten als Reiseziel feststanden, galt auch gleichzeitig die Wanderung zur bekannten Kvalvika Bucht als mein absoluter Favorit.

Wo liegt die Kvalvika Bucht?

Die Bucht liegt in der Nähe des Ortes Fredvang auf der Insel Moskenesøya. Von der E10 kommend fährt man einfach über die beiden Brücken in den Ort Fredvang hinüber und biegt an der ersten Kreuzung links ab. Nach in paar Kilometern kommt der erste Parkplatz auf der linken Seite. Wir wollen von einem anderen Punkt zu unserer Rundwanderung starten und fahren noch ein Stück weiter die Straße entlang. An deren Ende biegen wir rechts auf den Schotterweg ein.  Tipp: Im Navi haben wir Selfjordveien eingegeben. Einfach am Straßenrand parken und durch das weiße Gatter geht es dann auf den Wanderweg.

Die Kvalvika Bucht ist übrigens nur per Pedes oder vom Wasser aus zu erreichen.

Start der Wanderung zur Kvalvika Bucht

Dieser Weg wird kein leichter sein

Das Wetter ist einfach traumhaft. Nachdem wir auf unserer Wanderung in den Lyngenalpen einige Probleme mit der Wegkennzeichnung hatten, freuen wir uns heute über ausgetrampelte Pfade und eine gute Kennzeichnung in Form von roten Punkten.

Mit minimalem Anstieg geht es zunächst über eine Steppenlandschaft, die trotz des guten Wetters teilweise noch sehr matschig ist. Die ausgelegten Holzbretter erleichtern es über die feuchten Passagen zu gehen – meistens jedenfalls. Um nicht im Matsch zu versinken, haben wir uns wenn nötig durch kleine Umwege, aber dafür trockenen Fußes, den passenden Weg gesucht.

Einer der Trinkwasserseen - Campen ist hier verboten!

Einer der Trinkwasserseen – Campen ist hier verboten!

Es geht vorbei an den zwei  Trinkwasserseen Markvatnet und Ågotvatnet. Das Ufer und  auch der Weg werden immer steiniger, was  volle Konzentration beim Gehen erfordert. Unterwegs bleibe ich daher bewusst immer mal wieder stehen um die tolle Aussicht auf die Seen oder die steilen Felswände zu bestaunen. Ich habe solch eine Kulisse noch nie vorher gesehen und bin völlig überwältigt.

Wir haben das Tal zwischen den beiden  Bergen fast geschafft. Nur noch ein kurzer Anstieg über Stock und Stein und dann….

Blick auf einen der Strände in der Kvalvika Bucht

Blick auf einen der Strände in der Kvalvika Bucht

Die Aussicht raubt mir den Atem. Ich hatte es mir schön vorgestellt, aber das haut mich einfach um. Der blaue Himmel, das türkisfarbene Wasser und der helle Sandstrand sind einfach nur wunderschön. Solche Momente sind immer schwer in Worte zu fassen. Für mich ist das ein absoluter „Glücksmoment“ den ich in vollen Zügen und mit einem breiten Grinsen genieße.

Wir steigen den Hang hinab – erneut über Stock un Stein – und gönnen uns auf der grünen Anhöhe direkt am Strand eine Pause, inkl. kleinem Nickerchen. Verwundert schaue ich mich um. Auf beiden Parkplätzen standen viele Autos und doch wir sind hier ganz alleine. Nunja, ich will mich nicht beschweren, denn die Ruhe hier ist herrlich!

Zeit für eine Pause und ein kleines Nickerchen

Zeit für eine Pause und ein kleines Nickerchen

Eine herrliche Ruhe herrscht hier

Eine herrliche Ruhe herrscht hier

Die Kvalvika Bucht besteht aus zwei Stränden und wir möchten heute auch noch die zweite Bucht sowie die selbstgebaute Hütte der beiden Surfer erkunden. Gestärkt und ausgeruht geht es daher weiter.

Der Weg führt direkt am Ufer entlang. Zunächst über einen Trampelpfad, der angenehm zu gehen ist, dann über Felsen. Und aufeinmal sind Kletterkünste gefragt. Gut, so schlimm ist es nicht, aber es gilt einige sehr große Felsen hinab zu steigen und es gibt lediglich eine Kette zum festhalten. Ok, nicht nachdenken, einfach machen. Ich packe die Kamera in den Rucksack, setze mich auf meinen Hintern, schaue den Fels hinunter um mir eine Stelle zu suchen, an der ich meinen Fuß aufsetzen kann. Dann rutsche ich über die Kante und hangel mich hinunter. Geschafft! Puhh..mein Herz klopft ganz schön. Der weitere Weg über die Felsen wird immer wieder durch Ketten zum festhalten erleichtert. Ich bin froh, dass es trocken ist, denn bei Regen würde es hier auf den Felsen bestimmt ziemlich rutschig werden.

In der zweiten Bucht angekommen wird mir dann auch klar, wo die ganzen Menschen sind 🙂 Es stehen einige Zelte in den Dünen und auch am Strand sind viele Menschen unterwegs. Ich halte Ausschau nach der Hütte der beiden Surfer, kann aber nirgends etwas entdecken. Ich vermute schon, dass die Hütte gar nicht mehr existiert. Und dann im Vorbeigehen aus dem Augenwinkel, gut geschützt und getarnt, sehe ich den Eingang.

Niemand drin. Also krieche ich durch den kleinen, runden Eingang um mir alles ganz genau anzuschauen. Eine ganz eigenartige Atmösphäre ist das hier drin. An der Wand hängen Fotos von Surfern, Zitate, selbstgemalte Bilder, Erinnerungen … was muss das seinerzeit für ein einmaliges Erlebnis für die beiden Norweger hier gewesen sein?! Die Hütte steht übrigens heute noch jedem zur Verfügung. Es gibt zwei Schlafplätze mit Isomatten, einen Ofen und jede Menge Gläser mit Instantkaffee.

Laut Höhenprofil der Wanderung müssten wir den steilsten Anstieg schon geschafft haben. Beim Umschauen wird aber ganz schnell klar, dass dies definitiv nicht sein kann. Unser Auto parkt nämlich auf der anderen Seite des Berges und der liegt genau vor uns. So heißt es jetzt Zähne zusammen beißen und den Berg hinauf. Ihr ahnt es: Natürlich wieder über Stock und Stein.

Der Aufstieg ist fast geschafft!

Der Aufstieg ist fast geschafft!

Die Sonne macht den Aufstieg nicht weniger anstrengend, so dass wir mehrmals eine Pause einlegen müssen. Zwischendurch folgen immer mal wieder die üblichen Flüche meinerseits. Aber die gehören ja irgendwie auch dazu. Auf den Plateau angekommen sorgt der Gipfel für wohltuenden Schatten. Das war echt mal anstrengend…hui. Der Blick zurück entschädigt jedoch für alle Strapazen.

Der Blick zurück auf die Kvalvika Bucht

Der Blick zurück auf die Kvalvika Bucht

Die Route wird nun immer einfacher und flacher. Es geht wieder über ein Steppengebiet, weiter durch ein Birkenwäldchen  und über Felsen hinab bis zur Straße zum bereits erwähnten ersten Parkplatz.

Da wir eine Rundwanderung machen, führen uns die letzten 3,5 km an der Straße entlang. Entgegen der bisherigen Umgebung ist das leider eher trist und langweilig.

Die letzten Kilometer sind leider etwas trist

Die letzten Kilometer sind leider etwas trist

Schaffe ich diese Wanderung auch?

Während der fast 12 km umrundet man quasi den Berg Moltinden. Die Wanderung startet leicht und der erste Strand ist von unserem Ausgangspunkt Selfjordveien ohne große Anstrengung gut zu erreichen. Der weitere Weg über die Felsen mit den Ketten erfordert schon ein wenig Geschick und ist nichts für sehr ängstliche Menschen. Der Aufstieg zurück zur Straße kostet Kraft, ist aber mit ein paar Pausen machbar.

Unverzichtbar sind in jedem Fall gute Wanderschuhe, am besten knöchelhoch, genügend Wasser und Trittsicherheit. Die Gefahr umzuknicken oder auszurutschen ist bei den ganzen Felsen und Steinen doch sehr groß.

Für mich war die Wanderung alle Anstrengung wert. Bisher ist die Wanderung zur Kvalvika Bucht definitiv eine meiner schönsten Wanderungen überhaupt!

Hast Du auch Lust auf diese Wanderung? Meine Route ist bei Komoot unter Rundwanderung Kvalvika Beach ab Selfjordveien zu finden.

 

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