Namibia
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Sonnenaufgang im Sossusvlei

Wüste, Dünen und Sand soweit das Auge reicht. So existierte Namibia in meiner Vorstellung.
Die Namibwüste ist eine der größten Wüsten der Welt und Teil  von Afrikas größtem Naturschutzgebiet dem Namib Naukluft Park.

Die Dünenlandschaft Sossusvlei ließ bereits daheim mein Fotografenherz höher schlagen. Ich war voller Vorfreude auf die intensiven Farben und enormen Kontraste. Tolle Fotos waren da fast schon garantiert 🙂

Das Sossusvlei ist eine von Dünen umschlossene Lehmsenke. Die vom Wind geformten Dünen können bis zu 300m hoch werden. Charakteristisch für diese Region ist während der Trockenzeit die weiße Salzkruste, die sich auf dem Boden des Vleis bildet.

Nach starken Regenfällen füllt sich das Vlei auch ab und an noch mit Wasser. Da die Lehmschicht das Wasser kaum versickern lässt, bildet sich dann ein kleiner See, der in den tollsten Farben schimmern muß. Dieses Naturschauspiel ist allerdings nur alle paar Jahre zu bewundern, da der übliche Regenschauer meist nicht ausreicht um das Vlei zu füllen.

Die Entstehung des Sossusvlei hat auch gleizeichtig zum heutigen Namen geführt. Es wird vermutet, dass der Tsauchab ursprünglich  von den Naukluft Bergen bis in den Atlantischen Ozean floss. Durch die Dünen versandete der Fluss im Laufe der Zeit immer mehr und es entstand der rissige, weisse Boden aus Lehm und Salz.

Den Namen hat das Vlei dem Volk der Nama zu verdanken. Die gaben der Senke den Namen “Sossus”,, was so viel wie “blinder Fluß” bedeutet.

Die Dünen selbst sind vor mehreren Millionen Jahren entstanden. Der Sand wurde vom Oranje Fluss Richtung Küste geschwemmt. Der Benguela Strom brachte den Sand dann weiter nach Norden. Die landeinwärts wehenden Winde sorgten letztendlich für die Verteilung des Sandes und die Bildung der heutigen Dünen.

Auch heute noch sorgt der Wind dafür, dass sich die Dünen ständig verändern.

Der Wind lagert den Sand auf der Luvseite (dem Wind zugekehrt) an um danach auf der Leeseite (dem Wind abgewandt)  über den Dünenkamm herunter zu rutschen. Diese Seite ist daher meist auch die steilere von beiden.

Die Dünen im Sossusvlei sind Sterndünen. D.h. sie verlaufen von einem Scheitelpunkt aus in verschiedene Richtungen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Dünen bis zu 10m im Jahr wandern.

Ist eine Düne bewachsen, erkennt man daran übrigens, dass es sich nicht um eine Wanderdüne handelt. Durch die ständige Veränderung der Wanderdünen, kann sich hier keine Pflanze ansiedeln.

Aufgrund des im Sand enthaltenen Eisenoxides ändern die Dünen auch ihre Farbe. Je intensiver das Rot der Düne erscheint, desto älter ist sie. Streicht man mit einem Magneten über den Sand, nimmt dieser die schwarzen Partikel des Eisenoxides  auf. Absolut spannend, wie ich finde.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist es den Sonnenaufgang von einer der Dünen zu beobachten. Wir entschieden uns für die Düne 45. Da wir im Park übernachtet hatten, durften wir uns bereits vor Sonnenaufgang auf den Weg dorthin machen.
Dafür mussten wir extra früh aufstehen, damit wir um kurz vor 6 Uhr auf der Düne sein würden. Ich betone AUF, denn der Anstieg auf die Düne wird oft zeitlich unterschätzt. Er ist etwas mühsam, da es durch den losen Sand  meist einen Schritt vor uns zwei zurück geht. Aber es lohnt sich!

Auch wenn  die Sonne noch nicht aufgegangen ist, schimmern die Dünen bereits in den schönsten Rottönen. Blinzelt die Sonne dann über den Horizont erstrahlt alles in einem ganz besonders warmen Licht.
Einfach auf der Düne sitzen und dieses Farbenspiel zu genießen war definitiv eines meiner Highlights in Namibia!

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8 Kommentare

  1. Wow ! Bin hin und weg – so tolle Farben. In Afrika war ich bisher noch nicht, sollte ich wohl dringend nachholen. 🙂
    Liebe Grüße,
    Simone

    • Danke liebe Simone.
      Ja die Farben in Afrika sind der Wahnsinn! Und auch Land und Leute sind einfach toll. Ich kann es als Reiseland nur empfehlen.

  2. Hallo Yvi,
    wow ich habe noch etwas von diesen Lehmsenken gehört. Wirklich interessanter Beitrag und tolle Bilder. Der “geschichtliche” Hintergrund (wenn man ihn so nennen kann), ist auch spannend. Danke 🙂

  3. Hey Yvonne, dass ist ein sehr schöner Artikel mit faszinierenden Fotos. Das Erinnert mich sehr an unsere Reise durch Namibia. Wir waren damals leider zu “faul” die Düne am frühen Morgen hochzukraxeln.

    • Hi Frank,
      von nix kütt nix sagt der Kölner ;-D
      Ich bin mir aber sicher, dass ihr trotzdem eine tolle Zeit in einer sagenhaften Landschaft erleben durftet, oder?

  4. Tolle Fotos, da werden Erinnerungen wieder wach! 🙂
    Den Aufstieg habe ich auch noch als super anstrengend in Erinnerung. Das kann man wirklich gar nicht beschreiben, wie krass das eigentlich war. Aber gelohnt hat es sich allemal!

    Liebe Grüße,
    Lynn

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