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Spaziergang durch die Oberstadt

Es ist heiß und ich bin auf dem Weg in mein klimatisiertes Hotelzimmel. Ich freue mich schon auf eine kleines Nickerchen in meinem kühlen Reich.

Durch den Wegweiser an der Straßenecke werde ich allerdings wieder an die Oberstadt von Bregenz erinnert. Die hätte ich mir eigentlich noch gerne angeschaut. Kurz überlegt, noch schnell ein Wasser gekauft und los geht´s.

Vom belebten Zentrum ist man innerhalb von ein paar Minuten in einer komplett anderen Welt. So kommt es mir zumindest an diesem Sonntag vor. Absolute Ruhe, fast keine anderen Menschen – herrlich!

Über den Stadtsteig erreiche ich den Zugang zur Oberstadt: Das alte Stadttor. Schaut man genau hin, entdeckt man  links das Wappen der Grafen von Bregenz sowie rechts das von Montfort (welches heut das Vorarlberger Landeswappen ist). Ebenfalls hängt im Torbogen ein mumifizierter Haifisch, der seinerzeit alles Böse von der Stadt fernhalten sollte.

Ich biege links in die Martinsgasse ein und sehe bereits die Zwiebelkuppel des Martinsturmes – dem Wahrzeichen von Bregenz.

Der einstige Speicher wurde um 1600 durch den Baumeister Benedetto Prato aus Graubünden erhöht und wurde so zum Turm. Prato setzte ihm eine riesige Holzkuppel auf, die den Martinsturm zum ersten charakteristischen Barockbauwerk im Bodenseeraum machte. Über Jahrhunderte verrichteten hier Turmwächter ihren Dienst, um die Stadt vor drohender Gefahr zu warnen.

Geht man ein Stück weiter zum Ende der Martinsgasse, sieht man bereits das imposante, große Fachwerkhaus: das Alte Rathaus von Bregenz.

Generell hat die Oberstadt von Bregenz ihren ganz eigenen Charme. Die Häuser sind mit Blumen bewachsen und alles strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Ich genieße es richtig dort durch die Gassen zu streifen. Ein schöner Platz zum Fotografieren! Das größte Gebäude der Oberstadt ist übrigens das ehemalige Gefangenenhaus, das 1857 anstelle des ehemaligen Schlosses der Grafen von Montfort erbaut wurde. Heute sitzt hier das Bundesdenkmalamt.

Mein Rundgang endet am Brunnen des Ehregutaplatzes. Hier fülle ich meine Wasserflasche auf und erfrische mein Gesicht mit dem herrlich kühlen Wasser. Tut das gut!Den Montfortbrunnen schmückt einer Statue des Minnesängers Hugo XII. Montfort wurde 1357 im alten Schloss in der Oberstadt geboren.

Jedes Jahr am Aschermittwoch findet hier die traditionelle „Gealtbüttlwäsch“ statt. Hier waschen die Faschingsnarren ihre leergewordenen Geldbeutel und erinnern sich freudig an die Ereignisse des vergangenen Jahres. Ein kleiner Abstecher in die Oberstadt lohnt sich in jedem Fall immer, auch wenn man wie ich nicht allzu viel Zeit hat.

Mehr Informationen zur Stadtgeschichte und der Oberstadt von Bregenz findest Du auf der Seite von Bregenz Tourismus & Stadtmarketing.

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4 Kommentare

  1. Sieht sehr schön aus!
    Das mit dem Geldbeutel machen die Mainzer ebenfalls an Aschermittwoch. 🙂
    Sonnige Grüße
    Jessi

    • Danke Jessi!
      Echt? Ich kannte das bisher nicht…ich glaube nicht, dass es das im Kölner Karneval gibt. Aber immer wieder interessant, welche Bräuche andere Regionen haben.

  2. Oh ich wusste gar nicht, dass Bregenz so traumhaft schön ist. Die Häuser sehen so toll aus! 🙂 Deine Bilder machen mir richtig Lust dort mal hinzufahren 🙂
    Liebe Grüße
    Dörthe

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