Deutschland
Schreibe einen Kommentar

Ein Wochenende im Westerwald: Wandern, Geopark, Bergbau & Kloster

Bloggerwandern 2026 Westerwald

Manchmal braucht es keine weite Reise um rauszukommen, den Kopf freizubekommen und neue Eindrücke zu erhalten. Genau diesen Gedanken hatte ich des Öfteren bei meinem Wochenende im Westerwald.

Die Region liegt zwischen den beiden Großstädten Köln und Frankfurt und hat mich mit ihrer enormen Vielseitigkeit begeistert. Weitläufige Wälder, sanfte Hügel, idyllische Täler und eine Landschaft in der Natur und Geschichte eng miteinander verbunden sind.

Was macht den Westerwald so besonders?

Bei der Vielzahl an Wandermöglichkeiten gibt es zwischendrin unglaublich viel zu entdecken. Beim Wandern im Westerwald entdeckst du nicht nur schöne Natur, sondern auch immer wieder Spuren des Bergbaus, ungewöhnliche Gesteinsformationen und Orte, die von einer interessanten Vergangenheit erzählen.

Während meines Wochenende im Westerwald konnte ich genau diese unterschiedlichen Seiten kennenlernen. Ich bin auf verschiedenen Wanderwegen im Westerwald unterwegs gewesen, habe eine ganz besondere Übernachtung im Kloster erlebt und habe viel über den historischen Bergbaus im Westerwald erfahren. Ein Highlight war sicherlich der Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, der eindrucksvoll zeigt, welche geologischen Kräfte die Landschaft über Millionen von Jahren geprägt haben. So war mein Ausflug gleichzeitig auch eine Entdeckungsreise durch Natur, Geschichte und Geologie.

In meinem Beitrag nehme ich dich mit auf das Bloggerwandern Rheinland-Pfalz im Westerwald und zeige dir meine persönlichen Highlights und mache dich hoffentlich neugierig auf eine abwechslungsreiche Auszeit in dieser schönen Region.

Der Stöffel-Park – Der Park mit der Maus

Unser erstes Ziel an diesem Wochenende ist der Stöffel-Park. Schon auf den ersten Blick schlägt mein Fotografinnenherz höher. Was für eine tolle Umgebung! Bei unserem Rundgang wird schnell wird deutlich, wie sehr der Basaltabbau die Landschaft und die Geschichte dieses Ortes geprägt hat.

Der Stöffel-Park bewahrt ein außergewöhnlich vollständiges Ensemble historischer Gebäude der Basaltindustrie. Doch mindestens genauso spannend ist die Geschichte, die viel weiter zurückreicht: Beim Abbau des Basalts wurden viele Fossilien entdeckt. Dadurch wurde der Stöffel zu einer weltweit bedeutensten Tertiär-Fossillagerstätte.

Im Stöffel-Park werden 25 Mio Jahre Erdgeschichte mit Leben gefüllt. Alle Fossilienfunde können im Tertiär-Museum, dem auf dem Gelände bewundert werden.

Und was hat das alles mit einer Maus zu tun?

Am damaligen Stöffel-See leben Krokodile, Schildkröten sowie große Kaulquappen. In den Bäumen versteckt sich ein kleines, ungewöhnliches Tier. Plötzlich breitet es seine Flughäute aus und gleitet durch die Luft auf der Suche nach Nahrung.

Millionen Jahre später wird es als „Stöffel-Maus“ zu einer wissenschaftlichen Sensation und ist einer der spektakulärsten Fossilienfunde im Stöffel-Park.

Ich finde solche Orte besonders spannend. Hier besichtigt man nicht nur einfach etwas, sondern bekommt plötzlich eine ganz andere Vorstellung davon, wie die Landschaft entstanden ist und wie eng Natur und menschliche Nutzung miteinander verbunden sind.

Wandern im Westerwald

Der Westerwald bietet dir ein dichtes Netz an Wanderwegen und du kannst dich zwischen mehrtägigen Fernwanderwegen und kürzere Rundtouren entscheiden. Drei Namen werden dir dabei häufiger begegnen: WesterwaldSteig, Druidensteig und die WällerTouren.

WesterwaldSteig

Mit rund 235 Kilometern gehört der WesterwaldSteig zu den bekanntesten Fernwanderwegen der Region. Er führt von Herborn bis nach Bad Hönningen und durchquert dabei die abwechslungsreiche Landschaft des Westerwaldes. Wälder und Höhenzüge wechseln sich mit Bachtälern, Wiesen und kleinen Ortschaften ab. Unterwegs warten immer wieder besondere Naturerlebnisse und Sehenswürdigkeiten auf dich.

Wer nicht gleich mehrere Tage unterwegs sein möchte, kann sich natürlich auch einzelne Etappen oder Abschnitte des WesterwaldSteigs vornehmen. Genau das macht den Fernwanderweg auch für ein Wanderwochenende im Westerwald interessant: Du bekommst einen Eindruck vom Weg, ohne gleich die komplette Strecke zu wandern.

Druidensteig

Auf dem Druidensteig steht die Verbindung von Natur, Geologie und Geschichte im Mittelpunkt. Der rund 94 Kilometer lange Qualitätswanderweg führt dich auf 7 Etappen vom Siegtal in den Westerwald. Dabei wanderst du durch eine Landschaft, die stark vom früheren Bergbau geprägt wurde.

Unterwegs entdeckst du alte Bergbaustätten, Basaltformationen, historische Orte sowie beeindruckende Aussichtspunkte.

WällerTouren

Wer lieber nur einen Tag unterwegs ist und Rundwanderungen bevorzugt, für den sind die WällerTouren besonders interessant. Dabei handelt es sich um abwechslungsreiche Rundwanderwege, die unterschiedliche Landschaften und Sehenswürdigkeiten des Westerwaldes miteinander verbinden.

Mal geht es durch dichte Wälder, mal über offene Höhen und durch idyllische Täler. Dazu kommen Natur- und Kulturhighlights am Wegesrand.

Beim Bloggerwandern sind wir auf allen drei Wanderwegen unterwegs gewesen.

Hachenburg
Marktplatz von Hachenburg

Wanderung vom Fachwerkstädtchen Hachenburg zum Kloster Marienstatt

Hachenburg trägt den Beinamen „Perle des Westerwaldes“ und verbindet historische Fachwerkromantik mit der typisch grünen Landschaft der Region. Die charmante Altstadt mit ihren kleinen Gassen, dem Alten Markt und den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern lädt zum Entdecken ein. Umgeben von Wäldern und sanften Hügeln ist Hachenburg zugleich ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen durch den Westerwald.

So auch für uns an diesem Tag. Denn wir starten nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort auf unsere 7 km lange Wanderung zum Kloster Marienstatt. Die leichte Wanderung führt uns über Teile des Druidensteigs sowie der 9. Etappe des WesterwaldSteigs bis zum Kloster Marienstatt. Die Route führt vorbei an Wiesen und Feldern, sowie über schattige Waldwege und ist perfekt zur Einstimmung auf die nächsten zwei Tage.

Angekommen in der Abteil Marienstatt haben wir zunächst in unsere Zimmer eingecheckt und sind dann zur Bierprobe sowie zum gemeinsamen Abendessen in den Klostergasthof gegangen. Hier haben wir den ersten Abend gemütlich bei leckerem Essen ausklingen lassen.

Wanderung Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

Gut gestärkt durch das leckere Frühstück starten wir unsere 11 km Wanderung an diesem Tag. Die Strecke ist eine Kombination aus einem Teil des Druidensteigs (Etappe 7), der Wäller Tour „Bachgeflüster“ sowie eines kurzen Teils des WesterwaldSteigs.

Unser erstes Ziel ist die Dachschiefergrube Assberg, die wir nach einem kurzen, steilen Anstieg über die Steinstufen erreichen. Über eine Stahltreppe gelangen wir rund 20 Meter unter die Erde und können den ehemaligen, von Hand aus dem Fels gehauenen, Bergwerksstollen erkunden. Der hier gewonnene Schiefer wurde unter anderem für die Dächer des Klosters Marienstatt und des Hachenburger Schlosses verwendet.

Hohe Ley Felsen

Besonders hat mir der Abschnitt entlang der kleinen Nister gefallen. Hier führte ein schmaler, idyllischer Pfad direkt am dem kleinen Fluss entlang. Ein weiteres Highlight vor unserer Einkehr war dann sicherlich noch die Aussicht am Felsen Hohen Ley.

Vor der Einkehr erwartet uns noch ein sanfter Anstieg. Schon von weitem ist das Ziel anhand des markanten Barbaraturms zu sehen. Ein ganz besonderer Aussichtspunkt im Westerwald.

Die Einkehr im malBERGBLICK ist absolut zu empfehlen. Die leckere Suppe sowie die Brotzeitplatte sind genau das Richtige nach dem erlebnisreichen Vormittag.

Nach dem Essen führt die weitere Wanderung über 2 km entspannt bergab, bis wir die Grube Bindweide erreichen.

Hier tauchen wir in die Welt des Erzbergbaus ein und entdecken wie Mensch und Technik unter Tage gearbeitet haben. Die Gruppe fährt vom Grubenbahnhof bis tief unter die Erde. Sie entdecken original Werkzeuge und Maschinen in Aktion und erfahren, wie die Bergleute mit Druckluftbohrern und anderen Geräten das Erz förderten. Nachdem sie mehr über die harte Arbeit der Bergleute unter Tage erfahren haben, bekommen sie noch erklärt, wie das Erz aus den Tiefen des Berges ans Tageslicht befördert wurde.

Es muss ein tolles Erlebnis gewesen sein. Ich habe mir währenddessen lieber die Zeit in der Schauschmiede nebenan vertrieben 😉

Ein tolles Erlebnis mit dem super sympathischen Schmied Winni. Gemeinsam mit ihm habe ich gehämmert, gebogen und so ein Herz aus Stahl geschmiedet. Insgeheim war das tatsächlich mein Highlight, da ich unheimlich viel Spass in der Schmiede hatte!

Am Abend geht es weiter nach Bad Marienberg, wo wir ins Wildpark Hotel einchecken.

Nach den vielen Erlebnissen des Tages ist jetzt Zeit zum Entspannen. Einige von uns nutzen den Wellnessbereich mit Schwimmbad oder besteigen noch den nahe gelegenen Hedwigsturm.

Gemeinsam lassen wir den Abend im 360°-Drehrestaurant bei leckerem Buffet und guten Gesprächen ausklingen.

Kleine Wanderung in Bad Marienberg

Wir starten unsere letzte Tour am Wildpark Bad Marienberg (Eintritt kostenlos), von wo aus es auf Waldwegen zum Kleinen und Großen Wolfstein geht. Ich mag nicht zu viel verraten, daher nimm Dir auf jeden Fall Zeit, die Sage der Wolfsteine auf der Infotafel lesen.

Über die Marienberger Höhe führt der Weg in die Stadtmitte. Wir kürzen heute etwas ab und wandern am Ortsrand entlang zum Basaltpark. Hier informieren uns Schautafeln über den Basaltabbau in früheren Zeiten. Wir wandern am Basaltsee entlang und bestaunen die imposanten Basaltwand. Ei n kurzer steiler Aufstieg führt uns zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Eine schöne, kurze Tour, bevor wir alle wieder den Heimweg antreten. Aber natürlich nicht ohne noch ein Gruppen-Selfie zu machen 🙂

Gruppenfoto Bloggerwandern

Fazit: Westerwald, ich komme wieder!

Was bleibt nach einem Wochenende im Westerwald? Ganz schön viele Eindrücke, müde Beine und vor allem die Erkenntnis, dass man nicht immer weit fahren muss, um etwas Neues zu entdecken.

Ehrlicherweise hatte ich vor diesem Wochenende den Westerwald nicht unbedingt als erstes Ziel für eine kleine (Wander-)Auszeit auf dem Schirm. Umso schöner war es, diese vielseitige Region kennenzulernen.

Besonders begeistert hat mich, wie selbstverständlich hier Natur, Geschichte und Geologie miteinander verbunden sind. 25 Millionen Jahre Erdgeschichte im Stöffel-Park, alte Bergwerksstollen, beeindruckende Basaltformationen, das plätschernde Wasser der Nister und weite Ausblicke über die Westerwälder Landschaft. Langweilig wird es hier definitiv nicht.

Meine persönlichen Highlights: Die besondere Atmosphäre im Kloster Marienstatt, die gemütlichen Abende mit leckerem Essen und guten Gesprächen und mein Besuch in der Schauschmiede. Dass ausgerechnet das Schmieden eines kleinen Herzens aus Stahl zu einem meiner liebsten Erlebnisse werden würde, hätte ich vorher vermutlich nicht gedacht. Aber genau solche unerwarteten Momente und Begegnungen sind es doch, die so ein Wochenende besonders machen.

Und so bleibt mir am Ende nur eines zu sagen: Hui! Wäller? Allemol!

*******

Vielen Dank an Rheinland-Pfalz Tourismus sowie die Sponsoren des Bloggerwanderns, die solch eine Veranstaltung unterstützen. Und natürlich an alle anderen Blogger für die tollen Gespräche und den Austausch.

Meine dargestellte Meinung wird davon wie immer nicht beeinflusst.

Teilnehmende Blogger: Britta brittasiehtdiewelt.de // Sven thebackpacker.de // Rebecca rebeccpack.de // Janina wandercroissant.com // Dina borderherz.de // Jörg saarfuchs.com // Natalie outdoorfamilienglueck.com // Nick trail-pfoten.de // Renée hiken.nl

Sponsoren: Maier Sports maier-sports.com // Outdoor Magazin outdoor-magazin.com // Wright Sock reibungslos.de // Sebamed sebamed.de // Birkenhof Brennerei birkenhof-brennerei.de // Westerwald Brauerei hachenburger.de

Weitere interessante Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert