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Wandermenü Pfalz – Drei schöne Wanderungen in der Pfalz

Rundwege, Weitwanderwege oder Tagestouren – Wer in der Pflaz wandern möchte, dem bietet das Pfalz Touristik einen reiche und vielfältige Auswahl. Ich bin an diesem Wochenende im Rahmen des Bloggerwanderns in der Pfalz unterwegs und freue mich auf schöne Wanderungen und ganz viel Genuss. So hat es zumindest unser Programm angekündigt. 

2021 feiern die Pfälzer Fernwanderwege ihren 10. Geburtstag. Natürlich führen uns unsere Wanderungen daher auch auf die beiden Fernwanderwege Pfälzer Weinsteig und Pfälzer Waldpfad. Mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten und Unterkünften entlang der Strecken, eignen sich die Wege besonders gut für Mehrtagestouren. Wer lieber Tagestouren wandert, der kann natürlich auch einzelne Etappen erwandern oder sich für eine der zahlreichen Themenrouten entscheiden. Praktisch dabei: Viele Start-und Zielorte verfügen über ÖPNV-Anschluss, so dass eine An- und Abreise  mit Bus und Bahn möglich ist.

Die Pfalz – Natur, Genuss und Historisches

Die Pfalz liegt im Süden des Bundeslandes Rheinlad-Pfalz. Die vier Hauptregionen Pfälzer Bergland, Pfälzerwald, Deutsche Weinstrasse und die Rheinebene bieten den Besuchern mit Ihrem Wandermenü Pfalz eine große und abwechslungsreiche Möglichkeit die Region zu entdecken.

Drei Fakten sind mir besonders in Erinnerung geblieben:

  • Der Pfälzer Wald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Zusammen mit den Nordvogesen war es das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat in der Europäischen Union, ausgezeichnet von der UNESCO.
  • Der höchste Punkt der Pfalz ist der Donnersberg mit 687 m.
  • In Neustadt an der Weinstrasse wird jährlich die deutsche Weinkönigin gewählt und gekürt wird.
  • Das Hambacher Schloss gilt als Wiege der deutschen Demokratie. Dort wurde erstmals die Schwarz-Rot-Goldene Flagge gehisst.

Wanderung auf dem Pfälzer Weinsteig

Der Pfälzer Weinsteig ist der längste Prädikatswanderweg in der Pfalz. Start der Wanderung ist das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim. Von dort geht insgesamt 172 km bis zum Deutschen Weintor in Schweigen-Rechenbach. Regulär ist die Gesamtstrecke in 11 Etappen aufgeteilt.

Wald und Wein sind es, die die Region auszeichnen. Diese beiden sind es auch, die uns auf der heutigen 5. Etappe des Pfälzer Weinsteigs thematisch begleiten.

Startpunkt für uns ist heute das Hambacher Schloss. Seit im Mai 1832 die Flagge mit den deutschen Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold hier erstmals gehisst wurde, steht das Schloss für die Wiege der deutschen Demokratie.

„Erhebt euch, deutsche Männer und Knaben jeden Ranges, glüht mit dem heiligen Funken Vaterlands und Freiheit, versammelt euch!“ Etwa 30. 000 Menschen folgten damals dieser Aufforderung.  In zahlreichen Reden brachten die Menschen ihre Forderungen zum Ausdruck. In unzähligen Gesprächen und Diskussionen fand hier ein angeregter, manchmal auch hitziger Gedanken- und Meinungsaustausch statt.

 

Die Herbstsonne lacht, ich habe Hummeln im Hintern und freue mich, als wir endlich loswandern.

Die nächsten 12 Kilometer folgen wir der rot-weißen Wandermarkierung des Pfälzer Weinsteiges. Über schattige Waldwege geht es zunächst sanft bergauf. Immer wieder lichtet sich der Wald und gibt die Sicht auf die umliegenden Weinberge frei. Einzigartig hier ist, dass Kiefern und Keschden (Kastanien) neben Farnen, Moosen und Heidekraut gedeihen. Diese Einzigartigkeit macht die Umgebung für uns Wanderer absolut abwechslungsreich und faszinierend.

Nach ca. 4 km erreichen wir das Hohe-Loog-Haus und freuen uns auf eine deftige Einkehr bei Linsensuppe und Rieslingschorle. Die Hütte wird ehrenamtlich vom Pfälzerwaldverein betrieben und begrüßt die Besucher mit typischen pfälzerischen Gerichten und selbst gebackenem Kuchen. Insgesamt gibt es mehr als 100 andere dieser gemütlichen Hütten, die zwar nicht alle ehrenamtlich betrieben werden, in denen man teilweise dann auch übernachten kann.

 

Gestärkt durch die deftige Linsensuppe und mit roten Wangen von der Rieslingschorle, brechen wir auf zum nächsten Teilstück. Unser nächstes Ziel ist die Kalmit, der höchste Berg des Pfälzerwaldes. Der Anstieg ist nicht sonderlich lang, aber ist doch teilweise etwas steiler. Nach ca. 45 Minuten erreichen wir die Kalmithütte, bzw. Ludwigshafener Hütte. Es erwartet uns ein sagenhafter Weitblick in die Rheinebene. Passend zum Ausblick und als Belohnung für den Aufstieg belohnt uns Tobias Kauf von der Pfalztouristik mit einer weiteren Rieslingschorle. So langsam dämmert es mir, das was für mich das Kölsch ist, für die Pfälzer ihre Rieslingschorle ist. Gefällt mir sehr!

Vom höchsten Berg führt das letzte Stück der heutigen Wanderung nun nur noch bergab. Zum Abschluss hält diese Etappe aber noch ein weiteres Highlight für uns bereit: Das Felsenmeer.

 

Die Felsformationen erstrecken sich auf mehrere Hundert Meter am Wegesrand entlang und reichen von kleineren Felsbrocken bis zu wirklich hohen Felstürmen. Das Massiv besteht aus Buntsandstein, der vor rund 250 Millionen Jahren entstanden ist. Faszinierend anzusehen und ein tolles Fotomotiv.

Auf unseren letzten Metern auf dem Pfälzer Weinsteig begleitet uns ein fantastischer Sonnenuntergang. Alles ist in ein wunderbar warmes Licht getaucht und die Sonnenstrahlen blitzen durch die Bäume hindurch. Ein würdiger Abschluss für diesen wundervollen Wandertag auf dem Pfälzer Weinsteig.

Wanderung auf dem Pfälzer Weinsteig 5. Etappe (verkürzt)
Strecke 12 Km - 280 HM

Startpunkt: Hambacher Schloss

Ende: Parkplatz am Campingplatz St. Martin

Alle Infos und die genaue Route findest Du bei Komoot unter Pfälzer Weinsteig Etappe 5 (verkürzt)

Wanderung auf dem Pfälzer Waldpfad

Es ist noch früh, als wir mit unseren Kameras durch das Burgmassiv Altdahn-Grafendahn-Tanstein streifen. Die auf einem Felsmassiv thronenden drei Ruinen sind der heutige Startpunkt für unsere Wanderung auf dem Pfälzer Waldpfad. Von einem der Aussichtspunkte schweift mein Blick über die umliegenden Wälder und den dazwischen liegenden Nebel. Die Landschaft leuchtet in den schönsten Herbstfarben und der Nebel sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre.

 

Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen wirklich jeden Winkel der drei Burgruinen ausgiebig zu erkunden  und dabei immer wieder die wunderschöne Sicht auf die umliegende Landschaft zu genießen. Der rote Sandsteinfelsen aus dem die Burgen gebaut wurden fügt sich dabei sehr fotogen in die herbstliche Landschaft ein, so dass ich am liebsten den ganzen Tag mit der Kamera durch die zerklüfteten Gänge gestreift wäre.

Einmal losgewandert freue ich mich jetzt aber auf die heutige 8. Etappe des Pfälzer Waldpfades. Der gesamte Fernwanderweg erstreckt sich auf 143 km und durchquert dabei das Biosphärenreservat Pfälzerwald auf insgesamt 9 Etappen von Kaiserslautern bis nach Schweigen-Rechtenbach an der Deutschen Weinstraße.

Über laubbedeckte Wege geht es zunächst hinab in das kleine Örtchen Erftweiler. Die ersten Kilometer machen dem Pfälzer Waldpfad alle Ehre: Idyllische Pfade, die sich durch den herbstlichen Wald schlängeln und dazu eine wunderbare Ruhe. Die ersten 4 Kilometer sind geschafft, als wir den Wasgaublick erreichen. Wir lassen uns die selbst mitgebrachte Brotzeit schmecken. Von hier hat man einen Blick nach Schindhard bis zum Hochsteinmassiv bei Dahn.

Gut gestärkt führt der Weg uns auf einem schmalen Pfad weiter durch die Pfälzer Wälder. Unser ständiger Wegbegleiter ist heute übrigens die grün-weiße Wandermarkierung des Pfälzer Waldpfades.

Bei der Obstkelterei Busenberg legen wir eine kurze Pause ein, um etwas über das Keltern von Apfelsaft zu erfahren und natürlich auch etwas von dem süßen Gold zu probieren. Besonders lecker ist der ungekochte Apfelmost, den ich hier zum ersten Mal in meinem Leben probiere.

 

Nachdem wir den Ort Busenberg durchquert haben, folgt der letzte Anstieg für heute zur Burgruine Drachenfels. Spätestens jetzt wird jeder Rheinländer stutzen. Denn schließlich ist der Drachenfels doch in Königswinter? Was auch ich lernen durfte: Auch in Rheinland-Pfalz gibt es einen Drachenfels.

Das Gelände der Felsenburg steht unter Naturschutz und ist auch nicht direkt mit dem Auto erreichbar. Zwei Aussichtsplattformen geben den Blick über den Pfälzer Wald, Donnersberg und den Hunsrück frei. Wir erklimmen beide Aussichtspunkte über die teilweise steilen Treppen und erkunden auch hier wieder jeden Winkel der Ruine. Funfact: Einer der beiden Felsen trägt aufgrund seiner Form den Namen „Backenzahn“.

Bekanntlich macht Wandern hungrig, so dass wir uns freuen, den heutigen Wandertag bei Kartoffelsalat und Bockwurst sowie einer Rieslingschorle auf der Drachenfelshütte ausklingen zu lassen.

Wanderung auf dem Pfälzer Waldpfad Etappe 8 von Dahn nach Erlenbach
Strecke 13 Km - 340 HM

Startpunkt: Burgmassiv Altdahn-Grafendahn-Tanstein

Ende: Drachenfels Hütte

Alle Infos und die genaue Route findest Du bei Komoot unter Pfälzer Waldpfad – Etappe 8 von Dahn nach Erlenbach 

Wanderung auf dem Treidlerweg

Alle guten Dinge sind drei. Leider hat sich die Sonne für heute abgemeldet und wir starten bei typisch tristem Herbstwetter. Es ist neblig, feucht und kühl als wir im Naturschutzgebiet Hördter Rheinaue ankommen.

Trotzdem bin ich gespannt, was uns heute auf dem Treidlerweg erwartet. Zunächst einmal erfahren wir, woher der Weg seinen Namen hat.  Treideln nannte man früher die Tätigkeit, Schiffe gegen den Strom flussaufwärts zu bewegen. Seit dem 8. Jahrhundert und bis zur Erfindung der Dampfschifffahrt wurden die Schiffe flussaufwärts getreidelt. Knechte oder Zugtiere zogen das Schiff vom Ufer an einer langen Leine gegen die Strömung des Flusslaufs.

Klingt ganz schön anstrengend! Zum Glück haben wir es heute einfacher. Denn denn Treidlerweg ist mit 12 Kilometern und keinen Anstiegen eine sehr einfache Wanderung.

Auch wenn die Temperaturen heute eher kühl sind, gleicht die umliegende Landschaft einem Dschungel. Der Boden ist zeitweise sumpfig und die Bäume scheinen miteinander verwachsen zu sein.

Wie wir von unserem Begleiter, dem Biotopbetreuer Matthias Kitt, erfahren wandern wir durch eine intakte und geschützte Auenlandschaft von Altrheinarmen. Nachdem wir den „Dschungel“ hinter uns gelassen haben, führt der Der Weg ein ganzes Stück direkt am Rhein entlang.  Danach wandern wir erneut durch mystische Auenwälder, vorbei an zugewachsenen Baggerseen, Feldern und Streuobstwiesen.

Mein Tipp: Einfach mal inne halten, Augen schließen und den Naturgeräuschen lauschen. Was nehmt ihr wahr?

Wanderung auf dem Treidlerweg
Strecke 14 Km - 60 HM

Startpunkt:  Hördt

Ende: Schnitzelwerk, Kirchstraße 58, 76771 Hördt

Alle Infos und die genaue Route findest Du bei Komoot unter Der Treidlerweg am Rhein, Runde von Hördt 

Weitere Gänge des Wandermenü Pfalz

Übernachten

Während des Bloggerwanderns waren wir im Hotel Pfälzer Wald untergebracht. Ein Glücksgriff, anders kann ich es nicht sagen.

Familiengeführt, herzlich und ein „2G“ – Hotel, so dass wir uns nach dem Nachweis unseres Impfstatus ohne Maske im Hotel bewegen durften. Ungewohnt, aber doch auch wieder sehr schön muss ich gestehen.

Die Zimmer sind modern eingerichtet und die Betten waren himmlisch bequem. Ebenfalls zu erwähnen ist das kleine aber feine Badezimmer mit einer wunderbaren Dusche. Gerade nach einer längeren Herbstwanderung freue ich mich über eine heiße Dusche. Hier war nicht nur der Wasserdruck bestens, sondern auch die Temperatur ließ sich schnell  und verlässlich einstellen.

Wer mag, kann nach dem Essen im eigenen Restaurant noch in die gemütliche Gaststube einkehren, wo auch schon mal die Familie selbst ihren Feierabend genießt.

Das Hotel Pfälzer Wald ist idyllisch gelegen

Das Hotel Pfälzer Wald ist idyllisch gelegen

Kulinarik

Absolut zu empfehlen ist das Restaurant im Hotel Pfälzer Wald. Hier kocht der Senior Chef noch selbst und die Gerichte sind wirklich absolut lecker!

Wir bekamen ein Drei-Gänge-Menü mit einer regionalen Weinbegleitung kredenzt, welches absolut köstlich war. Winzer Frank Kayser vom Weingut Jean Rapp schenkte uns zum Menü passende, regionale Weine ein und stand uns für alle Fragen zur Verfügung.

Rundum war es ein leckerer, kurzweiliger und feucht-fröhlicher Abend in einer lustigen Runde.

 

Am zweiten Abend, nach unserer Wanderung auf dem Pfälzer Waldpfad, kehrten wir in der urigen Weinstube zur Reblaus ein. Seit 40 Jahren besteht die gemütliche Weinstube in der Altstadt von Bad Bergzabern bereits. Serviert wird Wein vom eigenen Weinberg und original Pfälzer Spezialitäten. Die bekannteste Spezialität ist wohl der Pfälzer Saumagen, der hier mit Bratkartoffeln serviert wird. Mit einem Magen hat das Ganze jedoch wenig zu tun. Mich erinnert der Saumagen eher an eine dicke Scheibe Leberkäse. Meine Bloggerkollegen sind in jedem Fall begeistert und lassen es sich sichtlich schmecken. Ich habe mich derweil für einen leckeren Flammkuchen entschieden – ebenfalls sehr lecker!

Entspannen

Wer nach einer langen Wanderung Lust auf Entspannung und Wohlführen hat, der ist in der Südpfalz Therme genau richtig.

Eine großzügige Thermenlandschaft , ein Saunadachgarten mit Panoramablick in die umliegende Natur, eine Salzgrotte, ein professioneller Therapie- und Wellnesbereich und Ruheoasen für unterschiedliche Wünsche sind die idealen Voraussetzungen für eine entspannte Auszeit nach dem Wandern.

Egal ob kurze Familienwanderungen, Tageswanderungen oder Fernwanderungen, der Tisch der Pfalz ist reich gedeckt. Alle 48 Wege sind Prädikatswanderwege und hier findet wirklich jeder etwas für seinen Geschmack.

Was mir persönlich immer besonders gefällt, wenn eine Region zusätzlich auch Kulinarisch viel zu bieten hat. An diesem Wochenende kam die Kulinarik mit den Pfälzer Weinen und den Pfälzer Spezialitäten nicht zu kurz. Egal ob auf einer der Wanderhütten oder am Abend in einem der zahlreichen Gasthäuser. In geselliger Runde haben wir die am Tag verbrannten Kalorien  immer ganz schnell wieder aufgefüllt 🙂

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Der Artikel entstand im Rahmen des 8. Bloggerwanderns 2021. Vielen Dank an Rheinland-Pfalz-Tourismus, Pfalz TouristikMaier SportsWrightsocks  und an alle, die dieses Wochenende begleitet haben.

Meine dargestellte Meinung wird davon wie immer nicht beeinflusst.

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2 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für diese wunderbaren Impressionen vom 8. Bloggerwandern, Yvi! Ich habe Deinen Blog und diesen Beitrag über Frank „Der Entspannende“ entdeckt, der ja ebenfalls mit von der Partie war.

    Hintergrund meiner Recherche: ich habe gestern via Twitter eher zufällig zum ersten Mal vom Bloggerwandern gelesen – und mich ganz spontan für das 9. Event beworben, das im Mai stattfindet.

    Jetzt, wo ich die tollen Berichte und noch tolleren Bilder gesehen habe, wünsche ich mir noch mehr, dass ich eine Zusage erhalte. Mal abwarten. Hast Du Dich auch wieder beworben? Wäre ja lustig, wenn wir uns treffen! 🙂

    Herzliche Grüße,
    Eddy

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