Franken
Schreibe einen Kommentar

Zur Apfelblüte durch die Streuobstwiesen in Burgbernheim wandern

Titelbild Wanderung durch die Streuobstwiesen Burgbernheim
W E R B U N G – Meine persönlichen Eindrücke des VGN Freizeit-Tipps 

 

Beim diesem VGN-Freizeit-Tipp dreht sich alles um Kirschen, Äpfel, Birnen und sonstiges Streuobst. Ich starte meine Wanderung heute in Burgbernheim. Es geht durch Streuobstwiesen und eine malerische Landschaft mit immer wieder tollen Weitblicken. Gerade im April stehen viele der Obstbäume in voller Blüte. Ein unheimlich schöner Anblick und ein noch fantastischeres Fotomotiv.

Infos zum Naturpark Frankenhöhe und der Region Romantisches Franken

Wie auch schon Ansbach, liegt auch Burgbernheim im Romantischen Franken – der größten Ferienregion in Franken. Das Gebiet umfasst den Naturpark Frankenhöhe und die Umgebung  entlang der Romantischen Straße. Besonders beliebt bei den Gästen ist die Kombination aus ländlicher Idylle und den typisch fränkischen Fachwerkstädtchen.

Burgbernheim liegt am Fuß der Frankenhöhe auf einem 550 Meter hohen Bergrücken, auf dem auch der Naturpark Frankenhöhe angesiedelt ist. Das Besondere ist hier ist die Vielfalt: Wälder, Wiesen mit Schafweiden, Bachauen und natürlich die Streuobstwiesen. All das bietet die Frankenhöhe ihren Besuchern.

Viele weitere historische Orte lohnen im Romantischen Franken für einen Besuch. Rothenburg lockt mit seinen verwinkelten Gassen, alten Fachwerkgemäuern sowie mit einer turmbewehrten Stadtmauer. Aber auch Dinkelsbühl beeindruckt seine Besucher mit mittelalterlicher Architektur.

 

Kirche in Burgbernheim

Kirche in Burgbernheim

Der Naturpark Frankenhöhe gilt als eines der sonnenreichsten Gebiete Süddeutschlands und umfasst eine Vielzahl von Rad- und Wanderwegen.  Ziel des Naturparks ist es, die traditionelle Bewirtschaftung zu fördern und zu er­hal­ten, damit die Menschen die Landschaft in ihrer Ursprünglichkeit weiterhin genießen können.

Nach meiner Wanderung von Sachsen nach Ansbach, freue ich mich sehr auf die Streuobstwiesen-Wanderung.

Anreise Burgbernheim zur Streuobstwiesen-Wanderung

Von Nürnberg erreicht man Burgbernheim mit dem RB 80 und RB 81 in einer Stunde. Da die Wanderstrecke mit 11 km nicht sehr lang ist, eignet sich die Tour auch als Halbtagesausflug oder Feierabend-Wanderung.

Planst Du die Wanderung an einem Wochenende kannst Du prima das  TagesTicket Plus nutzen. Es gilt für einen ganzen Tag und Du kannst so viele Fahrten im Geltungsbereich machen, wie Du möchtet. Insgesamt können es  1-6 Personen nutzen, wobei max. zwei davon über 18 Jahre alt sein dürfen. Alternativ kann man jede Person auch durch ein Fahrrad ersetzen. Und wenn Du das TagesTicket Plus an einem Samstag kaufst, ist der Sonntag ebenfalls in der Nutzung inbegriffen. Freie Fahrt am kompletten Wochenende – mag ich!

Tipp
Um unnötige Wartezeit am Bahnhof Ottenhofen-Bergel oder Burgbernheim bei der Rückfahrt zu vermeiden, könnt ihr auch 1-2 extra Kilometer laufen und zurück zum Ausgangsbahnhof wandern.

 

Wanderung durch die Streuobstwiesen von Burgbernheim

Ich bin heute nicht alleine in den Streuobstwiesen unterwegs. Mich begleitet Ernst Grefig, Stadtgärtner und absoluter Streuobstexperte. Ich merke schnell, dass Ernst mit absolutem Herzblut dabei ist und lausche gespannt seinen Erzählungen über die fränkische Kulturlandschaft und die Streuobstwiesen.

Aktuell stehen in Burgbernheim rund 30.000 Obstbäume. Das sind fast neunmal so viele Obstbäume, wie Einwohner.

Zum Glück ändern sich die Zeiten und die Menschen wissen die Obstbäume wieder zu schätzen! In den 50er-70er Jahren  wurde nämlich vom Bundesministerium eine Rodungsprämie ausgesprochen. Um mehr Raum für die Landwirtschaft zu erhalten, sind in dieser Zeit 80% der Streuobstwiesen in Bayern zerstört worden. Unvorstellbar, oder?

 

 

Anders war dies in Burgbernheim. Durch die unebene Lage an der Frankenhöhe, war eine anderweitige Nutzung gar nicht möglich. So existieren hier bis heute noch eine Vielzahl an Streuobstwiesen.

Ich glaube ich habe noch nie in meinem Leben so viele Obstbäume gesehen und bin hin und weg. Das äußere ich auch mehrfach Ernst gegenüber 🙂 Besonders schön ist es, dass jetzt Ende April, viele der Bäume in voller Blüte stehen.

Die Streuobstwiesen können Ernst uns seine Kollegen natürlich nicht alleine pflegen. Knapp die Hälfte der 120 Hektar sind an Baumpaten vergeben. Deren Aufgabe ist es „ihre“ Bäume zu pflegen und vor allem zu schneiden, denn sonst würden gerade die älteren Bäume unter der Last der Früchte zusammenbrechen. Das nötige Wissen kann man sich durch Schnittkurse oder die Baumwartausbildung ganz einfach aneignen.

 

 

Vom Obst ihrer Bäume können die Paten so viel wie sie möchten selbst verwenden. Was übrig bleibt kann an einer der Sammelstellen abgegeben werden. Unter dem Markennamen „EinHeimischer“ vermarktet die Genossenschaft Streuobst Mittelfranken-West e.G. viele regionale Produkte. Sie hat es sich zum Ziel gemacht die Streuobstbestände zur erhalten und regionale Produkte aus dem Obst zu verarbeiten.

Natürlich gehört auch eine kleine Verkostung zu unserer Tour. Ernst hat vorgesorgt und so machen wir eine kurze Rast bei Apfelringen, Apfelschorle und einer tollen Aussicht vom Prösselbuck. 1928 wurden hier ca. 250 Kirschbäume gepflanzt. Leider haben viele den heißen Sommer 2003 nicht überstanden, sodass 2007 zahl­reiche Bäume ersetzt werden mussten.

Ich entdecke an einem der Bäume eine Schaukel und laufe los um sie auszuprobieren. Hach, das Kind in mir ist begeistert und gluckst vor Freude. Die vielen Blüten verströmen einen herrlichen Duft. So riecht für mich der Frühling! Toll!

 

 

Vom Frühling bis in den Herbst werden die Wiesen von einer Schafherde beweidet und ein Teil der Fläche wird zusätzlich maschinell gemäht. Die Pflege ist wichtig, da der angrenzende Wald sich sonst seinen ursprünglichen Lebensraum zurück erobern würde.

Besonders stolz ist man in Burgbernheim auf die „Alten Apfelsorten“. Der Edelborsdorfer Apfel ist einer von ihnen und wurde 1250 das erste Mal erwähnt. Ich bin echt beeindruckt.

Natürlich hat mir Ernst noch eine ganze Menge mehr erzählt, aber ich will ja auch nicht alles verraten 🙂

Schließlich möchte ich Euch die Führung durch die Streuobstwiesen in Burgbernheim mit Ernst oder seinen Kollegen unbedingt empfehlen! Regelmäßig finden auch Schlemmerwanderungen oder der Streuobsttag statt. Termine sind auf der Seite von Burgbernheim zu finden. Ich werde mit Sicherheit auch nochmal für eine Schlemmerwanderung oder ein Picknick wieder kommen.

Tipp
In den Streuobstbäumen gibt es mehrere Rastplätze und schattige Orte, die zum Picknick einladen. Mit dem Picknickrucksack vom Gasthaus Goldener Engel kannst Du regionale Leckereien in einer schönen Landschaft erleben.  

Fazit der Wanderung durch die Streuobstwiesen

Ich habe die Runde als Feierabend Tour gemacht und kann Euch dies ebenfalls nur empfehlen. Ernst und ich waren gegen 16 Uhr fast alleine zwischen den Obstbäumen unterwegs und auch das Licht war wunderbar zum fotografieren.

Die Wanderung durch die Streuobstwiesen war für mich wie das Eintauchen in eine andere Welt. Weit ab vom Trubel des Alltags, habe ich tatsächlich die Zeit vergessen und mich ganz den Erzählungen von Ernst und den für mich neuen Eindrücken hingegeben. Genaues Hinschauen und die eigenen Sinneseindrücke bewußt wahrnehmen mache ich im Stress des Alltags viel zu selten. Daher war diese Wanderung wirklich ein besonderes Ergebnis!

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch nochmal an Dich Ernst. Für dein imenses Wissen, deine Herzlichkeit und deinen Einsatz für die Streuobstwiesen. Auch das ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich.

Normalrweise verlinke ich keine Instagrambeiträge. Aber ich mag dieses Reel so gerne, dass ich es ausnahmsweise trotzdem einmal mit Euch teilen möchte: Reel – Wanderung durch die Streuobstwiesen in Burgbernheim. 

 

Streuobstwiesentour an der Traufkante der Frankenhöhe

Strecke 11 Km – 190 HM

Start: Bahn­hof Ottenhofen-Bergel (alternativ auch Bahnhof Burgbernheim und dann als Rundtour wandern)

Ende: Bahnhof Burgbernheim

Alle Infos und die genaue Route findest Du bei Komoot oder mit ausführlicher Beschreibung auf der Seite des VGN  

Weitere interessante Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.