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Wandern im Birgland – Mit dem VGN unterwegs auf dem Birglandtrail

 

Du hast Lust auf eine abwechslungsreiche Wanderung über schmale Pfad und mit schönen Aussichten vor den Toren Nürnbergs? Dann bietet Dir der Birglandtrail ein ganz besonderes Erlebnis. Es erwarten Dich sagenhafte Natur, viele Aus- und Weitsichten und zwei alte Burgruinen. Und das alles ist von Nürnberg bequem und schnell mit dem VGN erreichbar.

W E R B U N G – Meine persönlichen Eindrücke des VGN Freizeit-Tipps 

Die Region Birgland

Unweit von Nürnberg, zwischen Sulzbach-Rosenberg und Alfeld, befindet sich die wundervolle Landschaft des Birglands. Mystische Wälder, alte Burgruinen und mit Moos überzogene Felsen verleihen der Region einen ganz besonderen Charme.

Die Gemeinde Birgland wurde 1972 aus den bis zu diesem Zeitpunkt selbständigen Gemeinden Schwend, Poppberg, Eckeltshof, Fürnried, Frechetsfeld und Sunzendorf und den dazu gehörigen Dörfern gebildet.

Die Lage an der Europäischen Wasserscheide zwischen Donau und Rhein machte die Region in der Vergangenheit nicht nur zum Siedlungsgebiet sondern sie wurde auch als Handels- und Heerstraße genutzt. Die Autobahn A6 die teilweise durch das Birgland verläuft heißt hier Via Carolina (Karlstraße), da Kaiser Karl IV. diese Straßenverbindung seinerzeit zur Reichsstrasse erklärte.

Anreise zum Birglandtrail

Auch heute kann das Auto wieder daheim bleiben. Vom Hauptbahnhof in Nürnberg bin ich in einer Stunde am Ausgangspunkt meiner Wanderung auf dem Birglandtrail. Der RE40 oder RE41 bringt mich bis zum Bahnhof Hartmannshof. Von dort steige ich in den Birgland-Express  um, der mich dann bis zum Startpunkt der Wanderung nach Poppberg bringt. Der Birgland-Express fährt als Linie 479 im Zeitraum 01.05.-01.11. regelmäßig an den Wochenenden. Aber auch unter der Woche gibt es regelmäßige Verbindungen. Schaut dazu einfach mal in die Fahrplanauskunft vom VGN.

Tipp
Der Birgland-Express verbindet die Bahnhöfe Hartmannshof und Sulzbach-Rosenberg und bietet unterwegs zahlreiche Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten, so dass Du ganz entspannt auch eine kürzere Tour wandern kannst. 

Machst Du deine Wanderung an einem Wochenende? Dann empfehle ich dir das  TagesTicket Plus. Es gilt für einen ganzen Tag und Du kannst so viele Fahrten im Geltungsbereich machen, wie Du möchtet. Insgesamt können das Ticket  1-6 Personen nutzen, wobei max. zwei davon über 18 Jahre alt sein dürfen. Alternativ kannst Du jede Person auch durch ein Fahrrad ersetzen. Und wenn Du das TagesTicket Plus an einem Samstag kaufst, ist der Sonntag ebenfalls in der Nutzung inbegriffen. Freie Fahrt am kompletten Wochenende – genial, oder?

 

Burgruine Poppberg

Burgruine Poppberg

Wanderung auf dem Birglandtrail

Angekommen in Poppberg, fällt uns als erstes die Kirche gegenüber der Bushaltestelle ins Auge. Und die Kirche hat eine faszinierende Besonderheit: Sie steht genau auf der Europäischen Wasserscheide. Was heißt das? Der Regen, der auf die südliche Dachhälfte fällt, fließt zur Donau und ins Schwarze Meer. Der Regen, der auf die nördlichen Dachseite fällt fließt zum Rhein hinab und in die Nordsee.

Ein schmaler Wiesenpfad führt uns in den Wald hinein, wo wir nach einem kurzen Anstieg bald den höchsten Punkt im Birgland erreichen. Die Burgruine Poppberg liegt 653m hoch und das jahrhundertealte Gemäuer hat sich die Natur stellenweise bereits zurück erobert. Wer hier eine tolle Aussicht erwartet, wird leider enttäuscht. Doch die moosbewachsenen Mauern,  der Durchschlupf zum Inneren der Ruine und die mystische Szenerie, haben ihren ganz besonderen Reiz. Die Ruine ist frei zugänglich, trotzdem solltet ihr auf Euch Acht geben, denn das Betreten erfolgt stets auf eigene Gefahr.

 

 

Wir folgen heute übrigens dem Wegschild mit weißem Grund und dem rot/grünen diagonalen Streifen. Oben links sind zudem das Wappen des Birglands und das VGN-Logo zu sehen.

Die Route des Birglandtrails führt uns aus dem Wald hinaus. Der Himmel strahl blau und wir folgen einem breiten Feldweg Richtung Eckeltshof. Wer bereits einkehren möchte, der kann das im Gasthaus „Zum Ritter“ gerne tun. Wir widerstehen allerdings dem gemütlichen Biergarten und den regionalen Köstlichkeiten und wandern weiter.

Nach einem weiteren Anstieg kündigt ein Wegschild den Abstecher zum Bärenfelsen an. Den lassen wir uns natürlich nicht entgehen und wandern den wurzeligen und steinigen Pfad hinauf. Wir folgen immer weiter der Wegmarkierung, krachseln die letzten Meter hinauf und werden dann mit einer wahnsinnig tollen Aussicht belohnt. Ein perfekter Ort für unsere Brotzeit.

 

 

Gut gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg, welcher jetzt erstmal hinab nach Fürnried verläuft. Wer einkehren möchte, der hat hier die Qual der Wahl. „Goldener Stern“ oder „Goldener Hahn“? Beide Gasthöfe haben einen sehr guten Ruf und die Tische sind am Wochenende oftmals gut gefüllt.

 

Jetzt wird es sportlich. Es erwartet uns ein knackiger Anstieg über einen schmalen Pfad. Wir kommen ganz gut in Schnaufen, aber der Wurzelpfad durch den Wald ist gleichzeitig wunderschön. Ein wenig Konzentration und Trittsicherheit ist trotzdem gefordert, denn die Wurzeln sind richtige Stolperfallen.

Der Birglandtrail führt nun auf dem bis zu 600m hohen Gebirgskamm entlang. Ein weiteres Highlight ist der Orchideen-Weg. Von Mitte Mai bis Anfang Juni blüht hier am Wegesrand der Gelbe Frauenschuh. Eine seltene Attraktion.

Auch wenn der Frauenschuh an seine Umgebung keine besonderen Ansprüche stellt, so benötigt er besonders lockere Erde zum wachsen. Daher bleibt bitte auf den Wegen. Denn auf dem durch Begehung verdichteten Boden kann der Frauenschuh nicht mehr wachsen. An die Fotografen unter Euch: Packt das Zoomobjektiv ein, dann könnte ihr die schönen Pflanzen auch vom Weg aus fotografieren und tragt zum Erhalt des Frauenschuhs bei.

Während unserer Wanderung blüht der Frauenschuh leider nicht. Da muss ich wohl nochmal wieder kommen. Aber meine Bloggerkollegin Verena war ebenfalls auf dem Birglandtrail unterwegs und hat ein paar schöne Bilder in ihrem Blogartikel veröffentlich.

Säumten unseren Weg bisher eher hohe Bäume, taucht nun links von uns eine imposante Felswand auf. Der s. g. Türkenfelsen mit seinem Felsentor ist ein beliebter Kletterfelsen. Wir bleiben kurz stehen und schauen den Kletterern gespannt zu.

Kurze Zeit später verlassen wir den Gebirgskamm und es geht mal mehr, mal weniger steil bergab. Wanderstöcke sind auf diesem Abschnitt in jedem Fall hilfreich. Zum Glück hab ich meine immer dabei.

 

Als wir den Wald hinter uns lassen taucht am Horizont bereits die Burgruine Lichtenegg auf. Die Sonne färbt die Umgebung in ein herrlich warmes Licht und ich freue mich schon auf den Ausblick vom höchsten Punkt der Ruine. Zunächst müssen wir jedoch noch über die Stufen im Garten des Gasthofes „Alter Schloß-Wirt“ zur Ruine aufsteigen.

Auf 585m befindet sich die Aussichtsplattform der Burgruine Lichtenegg. Wir genießen einen 360 Grad Blick auf das Birgland und das Hersbrucker- und Nürnberger Land. Die Panormascheibe am Gipfel gibt Hinweise, in welcher Himmelsrichtung was zu sehen ist. Die Aussicht reicht bis in den Bayerischen Wald im Südosten, den Oberpfälzer Wald im Osten, den Kaiserwald im tschechischen Egerland im Nordosten, das Fichtelgebirge im Norden, das Hersbrucker und Nürnberger Land im Westen, und die Hochregionen des Birglandes im Süden.

Das letzte Stück der Wanderung wandern wir zunächst über breite Forstwege, bevor uns ein schmalen Wiesenpfad hinunter nach Haunritz führt.

Am Waldrand entdecken wir einen großen Fels. Den „Alten Fritz“. Der große Dolomitfelsen ist das Wahrzeichen des Dorfes und soll dem Preußenkönig Friedrich dem Großen sehr ähnlich sehen.

Der krönende Abschluss ist heute die Einkehr in der Osteria am Bahnhof Hartmannshof. Wahnsinnig leckere und große (!) Pizza sowie eine unheimlich herzliche Inhaberfamilie. Ein wunderbarer Ausklang nach unserer tollen Wanderung auf dem Birglandtrail.

Fazit der Wanderung auf dem Birglandtrail

Ohne Frage ist die Wanderung auf dem Birglandtrail eine Tour, die ich unbedingt empfehlen möchte. Abwechslungsreiche Wege mit vielen Highlights unterwegs wie die beiden Burgruinen Lichtenegg und Poppberg, den Orchideen-Weg und die Vielzahl an Einkehrmöglichkeiten.

Eine gewisse Fitness solltest Du mitbringen, da die Strecke mit 20 km doch zu den längeren Wanderungen gehört. Zudem empfehle ich Dir feste Schuhe, damit die Verletzungsgefahr durch Stolperer über Wurzeln so gering wie möglich ist.

Ich würde die Region Birgland als kleinen Geheimtipp werten, denn wir haben unterwegs kaum andere Menschen getroffen. Das ist an einem sonnigen Sonntag wirklich eine Seltenheit und macht Spaß! Die Einkehr am Bahnhof Hartmannshof bei Pizza und mega nettem Service hat den Tag für uns perfekt gemacht.

 

Der Birglandtrail - VGN Freizeit-Tipp

Strecke 20 Km – 430 HM

Start: Poppberg Kirche

Ende: Bahnhof Hartmannshof

Alle Infos und die genaue Route findest Du auf der Seite des VGN und bei Komoot unter Birglandtrail – VGN Freizeit-Tipp 

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